Der Lebensstil spielt bei der Entstehung von Krebs eine wichtige Rolle. Wenn Sie Ihre Lebensweise in einigen Aspekten anpassen, können Sie bis zu einem gewissen Grad den Krebs vorbeugen. Als Facharzt der Onkologie Basel erkläre ich Ihnen wie.

Mit dem Rauchen aufhören

Um Krebs vorzubeugen, verzichten Sie auf den Konsum von Tabak (also auch keinen Kau- oder Schnupftabak).

Zigarettenrauch ist ein komplexes Gemisch, das mehr als 4.000 verschiedene Chemikalien enthält. Viele davon sind nachweislich krebserregend wie beispielsweise polyaromatische und heterozyklische Kohlenwasserstoffe, aromatische Amine sowie radioaktive Elemente.

Auch Passivraucher sind gefährdet. Halten Sie sich also möglichst selten in der Nähe von rauchenden Personen auf.

Alkoholkonsum eingrenzen

Wer übermäßig viel Alkohol zu sich nimmt, begünstigt nachweislich die Entstehung von Krebs im Mund-Rachen-Raum, im Magen-Darm-Trakt und eine Leberzirrhose – aus der ebenfalls Leberkrebs resultieren kann. Wer dem Krebs vorbeugen will, schränkt also idealerweise seinen Alkoholkonsum ein.

Gesunde Ernährung

Meiden Sie hochkalorische, zuckerhaltige Getränke, wie z.B. synthetische “Energy-Drinks” und künstliche Limonaden. Halten Sie den Konsum von verarbeiteten und gepökelten Fleischprodukten sowie hochkalorische und stark salzhaltige Speisen gering.

Spurenelemente und Antioxidantien wirken besonders zellschützend und können so die Entstehung von Krebs vorbeugen. Dazu gehören folgende Nährstoffe:

  • Selen (z.B. in Fisch, Nüssen oder Spargel)
  • Lycopin (z.B. in Tomaten, Aprikosen und Kürbissen)
  • Beta Carotin (z.B. in Karotten oder Brokkoli)
  • Polyphenole (z.B. in Kaffee oder in Blaubeeren)

Ein antioxidative Wirkung haben außerdem: Avocado, Grünkohl, Zwiebeln, Mais und Kartoffeln. Um alle wichtigen Nährstoffe aufnehmen zu können, sollte Ihre Ernährung ausgewogen und reich an frischem Obst und Gemüse sein.

Regelmäßige Bewegung

Durch körperliche Bewegung werden sogenannte Tumorsuppressorgene unterstützt. Diese können Krebs vorbeugen, indem sie das Wachstum von Krebszellen unterdrücken.

Die Regelmäßigkeit macht den Unterschied. Bewegung drei-viermal in der Woche je 30 Minuten ist besser als sich nur einmal die Woche intensiver sportlich zu betätigen. Krebs vorbeugen, können insbesondere Ausdauersportarten, die mit einem hohen Energieverbrauch einhergehen, wie z.B. Schwimmen, Radfahren, Tanzen, Wandern oder Joggen.

Doch es geht nicht nur um Sport. Üben Sie im Alltag generell so wenige Tätigkeiten wie möglich im Sitzen aus. Fahren Sie wenn möglich z.B. mit dem Fahrrad zur Arbeit statt mit dem Auto oder der Bahn. Oder benutzen Sie öfter die Treppe, statt den Aufzug. Auch regelmäßige Spaziergänge sind zu empfehlen. Hierdurch erhöhen Sie Ihren Grundumsatz und verbessern somit Ihren täglichen Kalorienverbrauch.

Meiden von UV-Strahlen

Gebräunte Haut wirkt oft gesund und vital. Aber der Schein trügt. Nimmt die Haut übermäßig viel Sonnen- und damit UV-Strahlung auf, kann das die Entstehung von Hautkrebs begünstigen. Beherzigen Sie daher folgende Tipps zum Umgang mit der Sonne, um Krebs vorzubeugen:

  • Alle unbedeckten Körperstellen, wie z.B. das Gesicht, Nacken und Unterarme, sollten bei entsprechender Sonneneinstrahlung (Frühjahr, Sommer, Urlaub im Süden) mit einer Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor eingecremt werden.
  • Die Mittagssonne scheint am intensivsten und daher sollte dann besondere Vorsicht geboten werden.
  • Halten Sie sich draußen so oft es geht im Schatten auf.
  • Bedecken Sie Ihre Haut mit heller, luftiger Kleidung und schützten Sie den Kopf mit einem Hut oder einer Cap.
  • Kinder unter einem Jahr sollten der direkten Sonne überhaupt nicht ausgesetzt werden.
  • Solarienbesuche und lange Sonnenbäder sollten reduziert oder, wenn möglich, gänzlich unterlassen werden.

Impfungen

Es gibt keine Impfung, die generell vor Krebs schützt. Einige Krebsarten entstehen aufgrund spezieller Viren oder anderen Vorerkrankungen, deren Ausbruch man durch eine Impfung verhindern kann. So kann eine Impfung gegen Hepatitis B Leberkrebs vorbeugen. Eine Impfung gegen Humane Papillomviren (HPV) schützt beispielsweise vor Gebärmutterhalskrebs.

Termine zur Krebsvorsorge wahrnehmen

Durch Vorsorgeuntersuchungen kann Krebs oftmals in einem Stadium erkannt werden, in dem eine heilende Therapie noch möglich ist.

Bei diesen Untersuchungen (z.B. Mammographien und gynäkologische Vorsorgeuntersuchungen, urologische Vorsorgeuntersuchungen, Darmspiegelungen oder auch Magenspiegelungen bei häufigen/chronischen Bauchschmerzen sowie Haut-Kontrollen beim Hautarzt) können oftmals bereits kleine Auffälligkeiten und deren genaue Lokalisation ausgemacht werden. Gewebeproben sagen dann aus, ob es sich dabei tatsächlich um bösartige Tumore handelt oder nicht. Werden die Vorsorgeuntersuchungen regelmäßig wahrgenommen, die Tumore entsprechend im Frühstadium entdeckt und rechtzeitig behandelt, kann das Streuen eventuell vorhandener Krebszellen frühzeitig verhindert werden. Wenn Sie selbst Auffälligkeiten an sich bemerken, wie z.B. häufige Schmerzen an derselben Stelle oder Sie Knötchen fühlen, zögern Sie nicht und suchen Sie umgehend einen Arzt auf.

Krebs vorbeugen – Fazit

Oft ist das Risiko an Krebs zu erkranken genetisch bedingt oder beruht auf Fehlern im Erbmaterial. Sind solche gehäuften Tumorerkrankung in Ihrer Familie bekannt so kann es sich lohnen gewisse Vorsorgeuntersuchungen frühzeitiger durchführen zu lassen oder sogar eine medizinisch-genetische Abklärung zu veranlassen. Hierzu können wir Ihnen als Spezialisten entsprechende Hilfestellung leisten. Es lässt sich leider nicht jede Krebserkrankung vorbeugen oder rechtzeitig erkennen. Dennoch sollte man versuchen einige der heute bekannten Risikofaktoren zu vermeiden. Mit den genannten Tipps können Sie die Entstehung von Krebs nicht zu 100% verhindern, jedoch Ihr persönliches Krebsrisiko erheblich senken. Bei weiteren Fragen zögern Sie nicht uns zu kontaktieren, wir helfen Ihnen und beraten Sie gerne!

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